Absolut sinnlos oder vollkommen hohl oder vergleichsweise großartig - Du hast die Wahl...
Die Idee des Absoluten
Wenn das Denken nutzlos, sinnlos oder unsinnig werden soll, muss man nur in Richtung des Absoluten denken. Ein Job für die Ewigkeit. Gehen wir stattdessen lieber ein Eis essen.
Die Idee des Vollkommenen
Wer eine hohle Nuss werden will, muss sich nur an das Vollkommene halten. Einfacher geht's nicht. Ehrlich.
Die Welt der Relationen
Fünf Seiten genügen, um zu erklären, wie es grundlegend funktioniert. Mehr braucht es nicht - aber das ist die Kunst....
Die Idee des Absoluten
(Leseprobe:)
Die Rahmenbedingungen menschlichen Wissens:
Absolute Ideen, wie die Idee des Absoluten und die Idee des Vollkommenen, aber auch die Ideen einer absoluten Wirklichkeit oder einer absoluten Wahrheit, fallen aus dem Rahmen. Das Absolute markiert in allen möglichen Fragen die Grenze, ab der das Denken aus bestimmten Gründen keine berechenbaren Ergebnisse mehr liefern kann und stattdessen sinnlos oder widersinnig wird. Innerhalb des Rahmens bleibt das Denken sinnvoll. Verlässt man den Rahmen, wird das Denken unsinnig und kontraproduktiv. Das Denken in Richtung des Absoluten wird zu einer Behinderung...
-----------
-----------
Die Idee des Absoluten und ein Beliebigkeitsdenken:
Dem Denken in Richtung Absolutem wird ein Zweck angedichtet. Es soll der Heilsbringer im Austausch von Ansichten sein. Das Absolute als Schlichter aller Diskussionen ist eine schöne Fantasie, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Man müsste mit der Idee des Absoluten berechenbare Ansichten schaffen können. Stattdessen ist das Denken in Richtung des Absoluten lediglich maßlos und führt deshalb selbst zu völliger Beliebigkeit. Die Idee des Absoluten soll dem Vielerlei der Ansichten entgegen stehen und federführend in den Wettbewerb der Ansichten eingreifen, stattdessen werden alle tatsächlichen Probleme, die durch unterschiedliche Ansichten entstehen, mit dieser Idee nur vergrößert und erweitert. Ein Denken in Richtung Absolutem führt selbst zu unsinnigen Ansichten, die man ja gerade vermeiden will.
Die Idee des Absoluten ist die eine Torheit. Eine andere Torheit ist ein Beliebigkeitsdenken.
Die Wirklichkeit ist durch das Arteigene etwas Variables und damit Ansichtssache. Diese Erkenntnis führt zu zwei extremen Denkrichtungen. Zum einen zu dem Gedanken, dass man alle Ansichten als irgendwie gleichwertig ansehen müsse, also zu einem Beliebigkeitsdenken. Zum anderen zur Idee des Absoluten, mit der man gerade verhindern will, dass beliebige Ansichten als gleichwertig angesehen werden. Die Idee des Absoluten und der Gedanke, dass alle Ansichten völlig gleichwertig sind, sind beide geistlos. Beide Denkansätze sind extrem, beide sind unsinnig und beide führen zum völlig Beliebigen. Beide Denkrichtungen sehen in der jeweils anderen Idee ihre Daseinsberechtigung, setzen aber jeweils nur eine andere Torheit in die Welt.
Erst wenn man sich von der Idee einer absoluten Wahrheit verabschiedet, begreift man, dass eine Welt der Relationen die Bedingung für jeden sinnvollen Wahrheitsbegriff ist und die unterschiedliche Wertigkeit von Ansichten genau von dieser Welt der Relationen abhängt.
Eine Welt der Relationen steht sowohl dem Widersinnigen des Absoluten entgegen als auch dem Niveaulosen des Beliebigkeitsdenkens.
Die Idee des Vollkommenen
(Leseprobe:)
Über das Vollkommene spekulieren
Was kann man über die Idee des Vollkommenen sagen, ohne widersprüchlich zu werden und ohne ihre Grundbedeutung zu konterkarieren? Unendlich viel – aber alles, was einem einfällt, ist irrelevant. Man kann der Idee des Vollkommenen, dem Ende aller Vermutungen und Spekulationen, nicht mit Vermutungen auf die Schliche kommen – oder Spekulationen. Man kann der Idee des Vollkommenen nur ihre maßlose Bedeutung geben. Und nachdem man der Idee ihre maßlose Bedeutung gegeben hat, kann man nicht mehr mitreden. Mit der Bedeutung hat man sich ausgeschlossen.
Vollkommen eingeredet
Da Menschen das Vollkommene weder beurteilen noch entdecken können, können sie sich nur etwas als vollkommen einreden. Zum einen hat die Unart, sich etwas als vollkommen einzureden, mit der Ursprungsidee des Vollkommenen nichts mehr zu tun, man kann sich lediglich gewöhnliche menschliche Ansichten als vollkommen einreden. Zum anderen kann man sich auf diese Weise alles als vollkommen einreden. So entsteht völlige Beliebigkeit bei gleichzeitig maßlosestem Anspruch. Ein solches Verhalten ist qualitätsfeindlich und asozial zugleich.
Einreden sind grundlegend ungeeignet, um sich etwas berechenbar zu machen oder Verbesserungen zu erzielen. Dies gilt sowohl in den Naturwissenschaften als auch in den Verhaltensfragen. Nicht nur Wirklichkeit und Wahrheit sind arteigen und hängen von der spezifischen Sicht der Dinge und den daraus entstehenden Gegebenheiten ab, auch alles, was Menschen als Gut auszeichnen wollen, ist arteigen und hängt von den grundlegenden Zielen der Menschen ab. Gute, nette, soziale Verhaltensweisen sind eine Qualität, die man nur niveauvoll entwickeln kann, wenn man sie weise begründet. Dafür muss man vor allem maßvoll bleiben.
Denkarten sollten einige wesentliche Aufgaben erfüllen:
Sie sollen den Menschen helfen, besser mit den Grenzfragen zurecht zu kommen.
Sie sollen den Menschen das Unnahbare absoluter Ideen und die Welt der Relationen näher bringen.
Sie sollen den Menschen in Verhaltensfragen beraten.
Keine Denkart kann verhindern, dass es vereinzelt ein niveauloses Beliebigkeitsdenken gibt. Aber eine Denkart sollte nicht selbst dazu beitragen, ein Beliebigkeitsdenken in die Welt zu setzen. Genau das ist es, was Denkarten tun, wenn sie maßlos werden. Das Maßlose wird deshalb niveaulos, weil man sich im Maßlosen nichts mehr berechenbar machen kann.
Etwas Absolutes lässt sich nicht einfach ausdenken und etwas Vollkommenes kann man sich nicht einfach aneignen. Das zumindest muss man einsehen, wenn man sich niveauvoll entwickeln und Qualität schaffen will.
---------------
---------------
Jeder, der sich der Idee des Vollkommenen nahe glaubt, ist ihr am fernsten...
Die Überragendste aller Ideen...
Die Idee des Unendlichen
(Leseprobe:)
Das Unendliche als Intention und Behauptung:
Mit der Idee des Unendlichen ist es ähnlich wie mit Schrödingers Katze, die man in eine Kiste steckt, in der die fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Katze stirbt. Solange man nicht in die Kiste schaut, weiß man nicht, ob die Katze noch lebt oder tot ist. Ähnlich ist es mit der Idee des Unendlichen. Solange man die Idee des Unendlichen nicht beobachtet, scheint sie als theoretische Möglichkeit quicklebendig. Sobald man der Idee aber auf den Pelz rückt und sie an irgendeinem Punkt festmachen will, muss man erkennen, dass diese Idee allem und jedem einen Schritt voraus ist – und das an allen anderen theoretischen Punkten gleich mit, da an allen Punkten das selbe geschieht. Die Idee lässt sich auch in der Theorie nicht festmachen – nirgends, niemals.
Genau der Gedanke, der einen auf die Idee des Unendlichen bringt – ein immer weiter, eine andauernde Fortsetzung – macht etwas Unendliches über die Idee hinaus nicht greifbar.
Das Problem ist, wie drückt man es aus, wie sagt man es der Besitzerin der Katze? Vielleicht so: ‚Ja, die Katze ist als Idee quicklebendig, aber streicheln können sie die Katze nicht, sie lässt sich nicht fassen.’ Genau so ist es mit dem Unendlichen. Das Unendliche ist abgetrennt von allem anderen, unfassbar.
Als was lebt die Katze dann? Weniger als Möglichkeit, denn als Illusion, als Fata Morgana. Auch in alle Zukunft führt einen die Idee des Unendlichen – den Blick nach vorne gerichtet – immer wieder nur an den Anfang. Schaut man voraus, passiert in Hinsicht auf die Idee gar nichts und daran wird sich niemals etwas ändern. Es ändert sich also gerade dort nichts, wo die Idee ihre Relevanz hernimmt. Deshalb bleibt die Idee eine reine Behauptung. Sobald man zugreifen will, zu zählen anfängt, der Ausbreitung des Strahls folgt, greift man ins Leere, ins Fassbare, ins Endliche.
Womit man wieder bei der Katze und ihrer Besitzerin wäre. Die Besitzerin ruft aus: ‚Da ist sie doch’, weil sie ständig den Schwanz der Katze sieht. Sie bekommt den Schwanz der Katze aber niemals gepackt, gerade weil mit jedem Zupacken wollen die Idee ein Stückchen weiter huscht.
Und was ist die Idee des Unendlichen in Hinsicht auf Verlängerungen, Vermehrungen, oder Ausdehnungen? Eine Intention. Die Idee des Unendlichen ist beständig auf dem Weg, der schließlich zum Ziel wird, da die Bedingungen kein anderes Ziel zulassen, als auf dem Weg zu sein...
Das Unendliche als Schwebezustand:
Bei der Idee des Unendlichen hat man es mit etwas zu tun, das, wie Schrödingers Katze, in einem Schwebezustand ist. Bei der Katze sind zwei Zustände möglich – lebendig oder tot – von denen sich einer bestätigt. Welcher Zustand es wirklich ist, ist aber nur außerhalb der Kiste in der Schwebe. In der Kiste selbst ist alles eindeutig.
Bei der Idee des Unendlichen verhält es sich etwas eigenartiger. Erst wenn man in die Kiste schaut, wird man unsicher. Unsicher darüber, ob und inwiefern es das Unendliche überhaupt gibt. Am besten rührt man das Ganze nicht an – und schaut aus Neugierde dann doch nach...
---------