Unser Glück
Wie wir uns entdecken, einander näherkommen und uns gegenseitig weiterbringen.
Folgt Eurem inneren Kompass.
Macht Euch glücklich!
Vom Guten zum Gutsein
(Leseprobe:)
Religion redet sich etwas als wahr ein, wo man unbedingt eine Begründungskultur pflegen muss. Philosophie wird theoretisch und extrem, wo man unbedingt praktisch und ausgewogen bleiben muss.
Das Gute ist keine Theorie. Das Gute ist nichts Absolutes. Das Gute fällt nicht vom Himmel.
In Religion und Philosophie will man vom Menschen absehen und aus dem Guten etwas Eingeredetes, Künstliches, Abstraktes, Abgehobenes machen: ein über den Menschen stehendes Prinzip. Man beginnt zu substituieren (Ersatz zu schaffen), zu transferieren (auf etwas zu übertragen), zu überhöhen – verweist auf Götter, ein Naturrecht oder sucht sein Heil im Absoluten. Was herauskommt ist unbedingtes Gefasel. Letztlich wird das Gute so immer zu einem Phantom und damit zu etwas Beliebigem, zu etwas Unverständlichem, zu etwas Fremdem.
Das Gute und das Gutsein sind reine Beschreibungen, für deren Verständnis man nicht mehr braucht, als hinzuschauen. Das lernt man mit Weisheit als Erstes – hinschauen.
Das Gute steht für eine Qualität, ansonsten würde der Begriff absurd. Alles, was Qualität ist, also insbesondere das Gute, muss man begründen und entwickeln – damit es sich auch erfüllt. Man muss dem Guten auf den Grund gehen, damit aus dem Begriff etwas Nachvollziehbares und Erklärliches wird. Nur was man grundlegend versteht, kann man auch gut begründen und was man gut begründen kann, lässt sich besser entwickeln.
Beweise machen in den Naturwissenschaften Sinn. In den Verhaltensfragen begründet man und findet zum Besseren im Vergleich. Dazu muss jeder zunächst einmal von sich selbst ausgehen, das Gute in sich nachlesen, sich seiner grundlegenden Ziele bewusst werden und das Gute aus diesem Bewusstsein heraus im Zusammensein mit Anderen weiter entwickeln. Aus persönlichen Einschätzungen werden Gemeinsamkeiten, wird Reflexion, wird Vorausschau, wird Notwendigkeit, wird eine sich entwickelnde Kunst. Indem man von Grundlagen und Gemeinsamkeiten ausgeht, wird das Gute zu einem Gutsein, das sich und seinen Wert von selbst erklärt.
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In den Grenzfragen kommt der Mensch an Grenzen, die seinen Geist und seinen Charakter erproben.
Auch in den Verhaltensfragen kommt der Mensch an eine solche Grenze. Im Miteinander werden die anderen Menschen zur Grenze und dienen gleichzeitig der Erfüllung persönlicher Ziele und Wünsche. In Weisheit geht das eine im anderen auf.
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